Eine Reise durch Polen ist immer auch eine Reise durch eines der schwärzesten Kapitel der Menschheitsgeschichte. In keinem anderen Land wurde die massenhafte Vernichtung europäischer Juden durch deutsche Nazis so grauenhaft vorangetrieben wie hier. Es ist für nachfolgende Generationen wohl kaum möglich, sich die Ausmasse des Wahnsinns und des Grauens vorzustellen, der vor 70 Jahren von Deutschland über Europa gebracht wurde. Selbst wenn wir beide heute die schier endlosen Stacheldrahtzäune entlang der unzähligen Baracken von Birkenau ablaufen, das Krematorium von Auschwitz mit eigenen Augen sehen, einen Kaffee in Samosc - ehemals Himmlerstadt - trinken, durch die leeren Zellen des Pawiakgefängnisses in Warschau wandeln oder alte Fotos der gänzlich zerstörten polnischen Hauptstadt betrachten, bleibt das, was vor wenigen Dekaden grausame Realität war, für uns schwer greifbar, zu absurd scheint was damals passierte. In Birkenau fanden in weniger als 4 Jahren etwa 1.1 Millionen Menschen ihren Tod - 1000 pro Tag, 40 pro Stunde. Im Pawiak wurden 300 000 Menschen eingekerkert, gefoltert oder ermordet. Lebten in Warschau vor dem Krieg noch 1.3 Millionen Menschen, waren es Ende 1944 nur noch etwa 1000, die in den Trümmern hausten. Ein Verbrechen, das niemals wieder gutzumachen ist.
Bilder gegen das Vergessen:
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