Dienstag, 3. August 2010

Vom Donaudelta nach Transylvanien


In Rumänien beendet die Donau ihre weite Reise aus dem deutschen Schwarzwald ins Schwarze Meer und unser erster Stopp gilt dem Delta, das bei Tulcea im Osten des Landes beginnt. Ein riesiges Feuchtgebiet bildet hier den Lebensraum tausender Tier- und Pflanzenarten - das Donaudelta weist nach dem australischen Korallenriff und den Galapagosinseln angeblich weltweit die grösste Biodiversität auf und wir beobachten zahlreiche Wasservögel, insbesondere grosse Pelikane. Intimere Bekanntschaft machen wir jedoch vor allem mit einer anderen Tierspezies, der gemeinen Stechmücke. Sobald sich die Sonne gen Horizont senkt, steigen Schwärme dieser leider noch nicht vom Aussterben bedrohten Art auf, um sich an unserem Blut zu laben. Schlimmere blutsaugende Bestien sollten wir auch in Transylvanien, der Heimat Draculas, nicht antreffen.

Reizvolle Berglandschaften, weite Felder, grosse Schlösser vergangener Herrscher und charmante, kleine Dörfer mit befestigten Wehrkirchen und vielen belebten Storchennestern auf den Häuserdächern: Das ist Transylvanien. Dracula hat diese faszinierende Gegend längst verlassen, inzwischen schlürft man auch hier lieber frische, eisgekühlte Limonade im Schatten eines Cafes als lauwarmes Menschenblut. Dennoch hat die Gegend etwas leicht düsteres, die Wolken hängen oft tief über den Bergen und das Wetter ist auch im Hochsommer wechselhaft. Als wir nach einer Wanderung über ein wolkenverhangenes Hochplateau schliesslich im Regen eine Berghütte erreichen, wo uns ein wortkarger Hüttenwart ohne Lächeln auf den Lippen eine wässrige Suppe reicht, während der stärker werdende Sturm durch sämtliche Mauerritzen pfeift, merken wir, woher Transylvanien sein dunkles Image hat. Aber jeder Sturm hat ein Ende und auch der Hüttenwart verabschiedet uns am nächsten Morgen nach seinem Frühstücks-Schnaps recht freundlich.

Mit Auto, Fähre und Boot unterwegs im Donaudelta. Die Sonne geht unter ...

... und der Mond geht auf. Zur gleichen Zeit gehen unzählige kleine Vampire auf Nahrungssuche.

Am nächsten Morgen sind die Vampire am schlafen und wir erkunden in Ruhe das Delta.




Zu Fuss durch Transylvaniens Berge. Die tief hängenden Wolken verheissen nichts Gutes.

Schon bald sind wir im Nebel unterwegs durch die Bucegi-Mountains.


Das eiserne Gipfelkreuz mag zwar vor Vampiren schützen, nicht aber vor dem bevorstehenden Gewitter.

Abendstimmung vor dem Sturm

Am nächsten Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus.


Unterwegs durch Siebenbürgen, immer wieder Störche auf Futtersuche in den weiten Feldern.

Schloss Peles in Sinaia, das wahrscheinlich eindruckvollste Schloss Rumäniens

Brasov (Kronstadt), cooles Kleinstadtleben inmitten düsterer Berge


Faszinierendes Naturschauspiel von Sonne, Wind und Wolken in den Faragas-Mountains ...

... und ein davon eher unbeeindruckter Bergbewohner.

Unter rauschenden Wasserfällen entlang der fast 100km langen Passstrasse wird Brot und Käse verkauft.

Abseits der Strasse campieren rumänische Familien in kleinen Zelten, im Auto oder im Wohnwagen. Auch wir suchen uns ein einsames Plätzchen zum Übernachten. Geweckt werden wir am nächsten Morgen vom Blöken hunderter Schafe, die ein Hirte gerade um unser Auto treibt.

Alte Holzkirchen, Bauernhöfe, Handwerkshäuser und Windmühlen





Sibiu (Hermannstadt)

Befestige Dorfkirchen in Biertan (Birthälm)

... und Harman (Honigberg).

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