Mittwoch, 22. September 2010

This is the End


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137 Tage unterwegs durch 24 europäische Länder, wir haben eine lange Tour hinter uns. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und viel gelernt. Es war eine spannende Reise durch die östliche Hälfte unseres Heimatkontinents, die wir vorher so schlecht kannten. Der Zerfall von Sowjetunion und Jugoslawien ist noch keine zwanzig Jahre her und damit sind etliche der Länder, durch die wir gekommen sind, jünger als wir selbst. Sie befinden sich zur Zeit in einer aufregenden Phase des Umbruchs, zwischen Vergangenheitsverdrängung oder -bewältigung und dem Versuch, die immer noch nachwirkenden Schäden hervorgerufen durch ihre totalitären Regimes zu beseitigen und als junge Demokratien mit den Herausforderungen der heutigen Zeit und der globalen Marktwirtschaft zurechtzukommen.

Wir haben sehr gegensätzliche Regionen bereist: Gegenden, die seit Jahrzehnten an Massentourismus gewöhnt sind und von ihm leben (e.g. Mittelmeerküste Kroatien, Schwarzmeerküste Bulgarien), Länder, die sich zaghaft aber freudig den ersten ausländischen Gästen zeigen (e.g. Montenegro, Mazedonien, Rumänien), und Regionen, in die sich kaum je ein Tourist verläuft (e.g. Albanien, Kosovo, Moldawien). Dabei haben wir eigene Ängste, wie so oft hauptsächlich von Unwissenheit genährt, überwunden und konnten Vorurteile abbauen. Wie fast immer war es erhellend, selbst zu sehen und sich ein Urteil zu bilden. Und es war mal wieder schön, dort unterwegs gewesen zu sein, wo noch keine McDonalds Filiale existiert.

Wir haben einmalig schöne Landschaften gesehen, viel Freundlichkeit erfahren und heute das gute Gefühl, unsere europäischen Nachbarn ein bisschen besser kennengelernt zu haben. In einem gewissen Sinne ist auch das Konstrukt "EU" für uns fassbarer geworden und wir haben viele Beispiele für wirksame finanzielle Hilfe durch EU-Gelder in Osteuropa entdeckt, sei es bei der Kultur- und Bildungsförderung, bei der Pflege von Nationalparks und Naturschutzgebieten oder bei der Strassenanbindung isolierter ländlicher Regionen. Und in den unterschiedlichen Gotteshäusern entlang unseres Wegs wurden wir daran erinnert, dass Glaube und Religion für sehr viele Menschen in Europa auch heute noch wichtige Werte darstellen.

Annähernd 137 mal sind wir aufgewacht ohne zu wissen, wo wir am Ende des Tages übernachten würden. Wir haben im Auto oder im Zelt gelebt, auf Berghütten oder in Hostels geschlafen. Nicht jeden Tag konnten wir uns die Haare waschen, aber mehr als einmal mussten wir unsere frisch gewaschene Wäsche nach einem unerwarteten Regenschauer mehr schlecht als recht im Auto während der Weiterfahrt trocknen. Und mehr als einmal schoss uns das Adrenalin ins Blut bei brenzligen Situationen auf zu schmalen, kurvigen Strassen. Nie wurden wir jedoch bedroht oder überfallen und nur sehr selten übervorteilt.

Wir haben viele schöne Fotos gemacht, die auf dem Blog keinen Platz fanden, und unzählige kleine Geschichten erlebt, die hier unerwähnt blieben. Wer es jedoch nach Kopenhagen schafft um uns zu besuchen, könnte durchaus in den Genuss detailierterer Reiseberichte kommen - ihr seid herzlich eingeladen.

Wir hoffen, dass wir den Blog auch in Zukunft nutzen können, spätestens wenn wir uns wieder sagen: "let`s get away now". Schaut vorbei!

Steffi und Matthias

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