Von Montenegro nach Nordalbanien. Die Grenze verdient hier ihren Name noch, denn mit ihrer Überquerung ändert sich das Bild, welches sich uns bietet, deutlich. Die Strassen werden drastisch schlechter und die Bevölkerung merklich ärmer. Von der gut erschlossenen Küste Montenegros geht es in die abgeschiedenen Berge im Norden Albaniens, wo der Eselkarren noch mit dem alten, (geklauten) deutschen Mercedes konkurriert und die Blutsrache noch gelebte, todbringende Realität ist. Albanien ist landschaftlich äusserst reizvoll, die hohen Berge im Norden und im Zentrum des Landes grenzen an einsame, nur von vielen winzigen Bunkern aus Hoxhas Zeiten besetzte, wunderschöne Strände im Südwesten. Die Strassen werden, auch wenn sie zur Zeit immer noch oft wirklich schlecht sind, weiter ausgebessert und -gebaut und es sicher nur eine Frage der Zeit, bis auch der Tourismus hier stärker Einzug hält. Der erste Campingplatz Albaniens wurde letztes Jahr eröffnet - von einer niederländischen Familie. Die Albaner sind uns Fremden gegenüber wieder sehr freundlich und hilfsbereit. Häufig sind wir auf ihre Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Weg angewiesen und fast ebenso häufig kommt es zu Missverständnissen, da hier eine Verneinung mit "Jo" artikuliert und mit Kopfnicken gestikuliert wird, eine Bestätigung hingegen durch Kopfschütteln angezeigt wird. Haben wir das Land inzwischen ein bisschen kennen und sehr schätzen gelernt, so tun wir uns doch immer noch schwer, jemandem ein aufmunterndes Kopfschütteln entgegenzubringen. Je länger wir jedoch hier sind, desto besser gefällt uns das Land und wir sind tatsächlich etwas wehmütig, als wir es schliesslich verlassen.
Blick von der Rozafa-Festung auf Shkodra, im Hintergrund die Berge Nordalbaniens
Mit der Fähre über den Komanstausee durch atemberaubende Berglandschaften
Früh übt sich, wer später ordentlich rächen will ...
Kommunistischer Prachtbau in Tirana
Kleine Partisanenkrieger an ihrem Denkmal
Noch gibt es einsame Strände im Süden Albaniens
Kleine Partisanenkrieger an ihrem Denkmal
Noch gibt es einsame Strände im Süden Albaniens
Berat, die Stadt der Tausend Fenster, im Zentrum des Landes
Eine der vielen, riesigen Festungsanlagen, die hoch über den Städten thronen und zum Teil immer noch bewohnt sind.
In Gjirokastra, ganz im Südwesten an den Ausläufern der Berge, wurde Hoxha geboren. Heute wie damals trinken alte Männer ihren Kaffee in den noch älteren, dunklen Gassen der Stadt.
Stimmungsvoller Abend an der Quelle des Bistrica
Kleiner Hüpfer ganz gross
Für 40 Euro Eintritt an der Grenze darf man zur Zeit den Kosovo besuchen. Aus Albanien kommend werden wir im Zwischengrenzbereich von einem Schild mit der Aufschrift "Rruge te mbare - Good Luck" begrüsst. Glück ist aber, mal wieder, hauptsächlich im Strassenverkehr von Nöten. Abgesehen davon kann man das kleine Land völlig sicher und sorglos bereisen. Für die 40 Euro Eintritt bekommt man aber immerhin noch KFOR Fahrzeugkolonnen und Stacheldrahtromantik geboten. Die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten sind noch nicht überall abgeschlossen, aber es ist schon erkennbar, dass es zumindest der albanischen Bevölkerung den Umständen entsprechend besser geht und das Land von seiner Unabhängigkeit und der Annäherung an Westeuropa zur Zeit profitiert.
In Prizren sind die türkische Brücke und die alte Moschee bereits wieder aufgebaut, während die serbisch-orthodoxe Kirche unter KFOR-Bewachung renoviert wird.
Verblichene Bilder der Vermissten in Pristhina
Mazedonien lernen wir als kleines, sehr armes, aber wahnsinnig schönes und abwechslungsreiches Land kennen. Ausgedehnte Hügelketten, alpine Berglandschaften, tiefe Flusstäler und klare Seen prägen die Landschaft. Hunderte kleine Klöster können auf kurzen oder längeren Wanderungen erreicht werden und da vielen das Geld für notwendige Reparaturen fehlt, sind Gäste oft sehr willkommen, werden bewirtet und sogar zur Übernachtung eingeladen. Auf den kleinen Märkten der Dörfer und Städte werden wir nicht selten von den armen Bauern beschenkt, mal ein paar Tomaten, eine Zwiebel oder ein paar scharfe Paprika. Wir sind immer wieder überrascht, wie freigiebig gerade diejenigen sind, die so viel weniger besitzen als wir.
An steilen Klippen entlang des Matkasees bei Skopje
Die Kirche geht baden
Markt in Tetovo
Abendkulisse am Ohridsee
Mit diesem Blick im Rücken fiel es uns trotz des Torhagels gegen Argentinien schwer, unsere Konzentration Schweini, Poldi und Co zu widmen
Abendstimmung im ältesten Fischerdörfchen der Region, in Trpejca
Sonnenuntergang vom Galicica Nationalpark aus gesehen, hoch über dem Ohridsee
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